Das sagt ein IT-Consultant zu Headhunting & Recruiting Nachrichten

Wie Talente in der Direktansprache richtig angesprochen werden sollen, ist für viele Recruiter:innen, im Headhunting / der Personalberatung DAS zentrale Thema eines erfolgreichen Active Sourcings.
Denn viele Kandidatinnen und Kandidaten antworten oftmals gar nicht auf das Angebot für einen neuen Job, nicht nur, weil es nicht zur Karriere passt oder weil gerade kein neuer Job gesucht wird, sondern weil die Ansprachen oft uninteressant sind.

👉 Hier auf diesem Blog haben wir einige Tipps für eine erfolgreiche Direktansprache veröffentlicht und zeigen auch, wie es nicht aussehen sollte.

Um zunächst einen besseren Einblick aus Nutzersicht zu bekommen, haben wir mit IT-Consultant Suat einen Kandidaten gefragt, der ein sehr gefragtes Profil hat, und ihn gebeten, aus seiner Sicht zu schildern, wie die meisten Anfragen auf ihn wirken und was ihm bei seinem neuen Arbeitgeber und im Bewerbungsprozess wichtig wäre

OHRBEIT: In deinem XING Profil liest man Stichworte wie „Java“, „IT-Consulting“ „Software-Entwicklung“ und du arbeitest seit fast 3 Jahren bei einem großen IT-Beratungshaus. Da kann ich mir vorstellen, dass du sehr viele Anfragen von Recruiter*innen und Personalvermittler*innen erhältst. Ist das richtig, und wenn ja, wie viele so im Schnitt in der Woche?

Suat: Aus meinem Xing-Profil geht hervor, dass ich nicht aktiv auf der Suche nach einer neuen Herausforderung bin. Mit dieser Option habe ich die Anzahl der Anfragen reduzieren können. Es gibt allerdings Phasen, da bekomme ich sechs bis acht Nachrichten in der Woche. Dann gibt es wiederum auch ruhigere Zeiten, beispielsweise habe ich in den letzten zwei Wochen kaum Benachrichtigungen empfangen. Da waren es vielleicht 1-2 Anschreiben pro Woche.

Talente XING anschreiben

Wie würdest du die Qualität der meisten Anfragen beurteilen? Macht es dich neugierig bzw. liest du diese überhaupt?

Die meisten Anfragen haben eine klare Struktur (Anm. d. Red.: Das ist allerdings nicht immer so...).
Es gibt eine individuelle Ansprache und es werden des Öfteren die Inhalte einer Stellenanzeige in den Chat kopiert.
Einige Headhunter/Recruiter lassen sich besondere Anfragen einfallen. Beispielsweise las sich eine bestimmte Anfrage so, als würde jemand meine Hilfe beim Programmieren benötigen: Ich wurde im ersten Satz gebeten bei einem Stück Code zu helfen. Beim weiteren Lesen habe ich dann festgestellt, dass es sich um einen Pseudo-Code handelte, bei dem der Headhunter fragte, ob ich Interesse für einen Arbeitgeberwechsel habe. Solche Anzeigen zaubern ein Schmunzeln ins Gesicht. Grundsätzlich lese und beantworte ich jede Nachricht und bedanke mich für das Interesse an meinem Profil. Neugierig bin ich eher weniger. Der Aufmacher eines Angebots müsste, um meine Neugier zu wecken, sehr besonders sein. Gelegentlich biete ich den Anfragenden weiteren Kontakt an. Ich bin daran interessiert mein Netzwerk auszubauen, um später, wenn der Bedarf entsteht, darauf zugreifen zu können.

Nachrichten von Recruitern aus Unternehmen machen nur 30% aus.

Du sprichst meistens von Anfragen von Headhuntern. Wie viel Prozent der Anfragen über XING / LinkedIn sind denn eigentlich von Unternehmen direkt, d.h. aus dem internen Recruiting, kannst du da Zahlen nennen bzw. Prozente schätzen?

Auf LinkedIn habe ich kein Profil angelegt. Ich nutze aktuell zum Vernetzen Xing. Überwiegend werde ich von Personalberatungen/Headhuntern angeschrieben. Anfragen von Unternehmen direkt machen schätzungsweise 30 Prozent aus.

Wie bewertest du außerdem die Anfragen von Unternehmen direkt in der Qualität im Vergleich zu Headhuntern? Welche Unterschiede bemerkst du hier?

Tatsächlich sehe ich da keine erwähnenswerten Unterschiede in der Qualität der Anfrage. Ich beobachte allerdings, dass Personalberatungen/Headhunter gerne telefonisch den Kontakt aufnehmen wollen, um die Interessen besser kennenlernen zu können. Meistens arbeiten sie für mehrere Kunden und können dann verschiedene Positionen empfehlen, entsprechend der Interessen und des Profils des Kandidaten.

Du hast von Ideen wie den Pseudo-Code im Anschreiben genannt; kann so etwas Kreatives überhaupt interessant genug sein oder sind es letztlich doch die für dich wichtigsten Fakten, wie Unternehmensname, Produkt, Gehalt, Events und Weiterbildung die dich zu einer weiteren Kommunikation mit Headhunter / Unternehmen bringen?

Kreativität kann eventuell dazu führen, dass Sympathien geweckt werden. Dadurch kann es eher zu einem Gespräch führen. Allerdings versuche ich messbare Kriterien bei der Auswahl eines neuen Arbeitgebers heranzuziehen. Wirklich messbar sind nur wenige Aspekte, wie z.B. das Wachstum eines Unternehmens. Du hast hier aber einen wichtigen Punkt erwähnt: Transparente Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten sind ebenfalls wichtige Punkte.

Was fehlt den meisten Anfragen an Inhalt, damit du dir ein besseres Bild machen kannst? Was würdest du dir wünschen?

Oft bekomme ich Anfragen von Headhuntern, die ihre Mandanten zu Beginn anonymisiert vorstellen. Allerdings möchte ich unmittelbar bei der Anfrage erfahren, um welches Unternehmen es sich handelt. Somit kann ich entscheiden, ob der Arbeitgeber für mich interessant ist. Ich halte diesen Ansatz für beide Seiten, Headhunter und Kandidat, effektiv. Wenn es dann zum ersten Telefongespräch kommt, kann ich mich auf die Firma vorbereiten und meine konkreten Fragen stellen.
Des Weiteren möchte ich gerne wissen, ob das Unternehmen in der nächsten Zeit Veranstaltungen wie z.B. Fachvorträge mit anschließendem Get-together oder Hackathons organisiert, damit ich in einer lockeren Atmosphäre den potenziellen Arbeitgeber kennenlernen kann. Dieser Punkt ist mir persönlich sehr wichtig, denn in solchen Veranstaltungen kann ich unter anderem die Sympathie und die Umgangsformen des Unternehmens einschätzen.
Ein weiteres interessantes Thema ist das Gehalt: Unternehmen erwarten bei Bewerbungen die Angabe einer Gehaltsvorstellung. Umgekehrt erwarte ich ebenfalls, wenn Unternehmen aktiv nach IT-Spezialisten suchen, dass sie ihr Gehaltsbudget nennen.
Informatikern ist natürlich der Technologie-Stack von Bedeutung, mindestens genauso wichtig ist für mich aber das Projekt/Produkt. Von IT-Beratungen möchte ich gerne wissen, für welches Projekt und an welchem Standort ich eingesetzt werde, bzw. was die potenziellen Projekte sind. Bei kleineren Unternehmen sind Projektreferenzen interessant.

Bevor wir unser OHRBEIT Projekt gestartet haben, haben wir Bewerbende gefragt, was Ihnen bei einer Stellenanzeige am wichtigsten ist:

98 % gaben an, eine Gehaltsorientierung wäre wünschenswert. Wir sind uns sicher, dass das die Unternehmen wissen.

Warum handeln sie allerdings in den meisten Fällen nicht danach?

🎁 Wir sind der Meinung: Firmen haben die Pflicht den zukünftig Mitarbeitenden eine finanzielle Orientierung mit auf den Weg zu geben.

Welche Wege würdest du gehen, wenn du einen Jobwechsel anstrebst?

Mir sind glaubwürdige und insgesamt positive Arbeitgeberbewertungen auf bestimmten Plattformen sehr wichtig. Zudem schaue ich mir Bilder auf Social-Media an, um zu schauen, ob der Arbeitgeber auch intern Events organisiert, um das Miteinander der Mitarbeiter zu stärken. Mein aktueller Arbeitgeber organisiert beispielsweise einmal im Jahr einen mehrtägigen Workshop mit dem primären Ziel sich zu vernetzen und sich untereinander besser kennenzulernen.
Wenn es die Möglichkeit gibt, nehme ich dann an Veranstaltungen des potenziellen Arbeitgebers teil.
Anschließend entscheide ich mich, ob ich mich bei diesem Unternehmen bewerbe. Der Bewerbungsprozess sollte außerdem möglichst schlank gehalten werden. Schnelle Reaktionen sind aus meiner Sicht sehr wichtig.

Erste Festanstellung ohne Headhunting und Recruiting

Welche Erfahrungen hast du in deinen bisherigen Bewerbungsprozessen gemacht? Und zwar mit der Bewerbungsmöglichkeit an sich, und der Verbindlichkeit und Schnelligkeit der Rückmeldung auf deine Bewerbung?

Ich habe mich tatsächlich für meine Festanstellung nie aktiv beworben. Ich hatte schon zu Uni-Zeiten, mindestens 1,5 Jahre vor Studienabschluss, Kontakte zu Unternehmen, die ich interessant fand. Mit einigen bin ich in Kontakt geblieben. Meinen aktuellen Arbeitgeber habe ich im November 2016 auf einer Messe in Köln kennengelernt. Dort hatte ich ein Kennenlerngespräch mit meinem aktuellen Chef. Im Februar 2017 wurde ich auf Grundlage des Gesprächs und meines Lebenslaufs zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Eine Woche später kam die Zusage, eine weitere Woche später war der Vertrag im Briefkasten und meinerseits unterschrieben. Im Februar 2017 hatte ich also den Vertrag für Oktober 2017 unterschrieben, da ich bis Ende September 2017 studierte.

Hier die Stimme einer OHRBEIT-Nutzerin zu unseren Jobcasts:
"Einer Stellenausschreibung im Podcastformat bin ich noch nie begegnet und daher wirklich sehr begeistert. Ich habe das Gefühl einen viel besseren Einblick in den Arbeitsalltag bekommen zu haben, als es bei einer Textbeschreibung möglich gewesen wäre."

Seid ihr bereit eure Direktansprache mit einem OHRBEIT-Jobcast zu erweitern?
👉 Dann vereinbart direkt ein Telefonat mit unserem Gründer Alex Grossmann.

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