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'Ich hatte immer große Angst, in der Schule Referate zu halten'

Daniela Noack hat früher unter anderem das Boulevardmagazin „Blitz“, die Samstagabendshow „Sommer, Sonne, Sat.1“ auf SAT.1, „Der große Preis“ und „Aktion Mensch“ im ZDF oder „Magic Sports“ und das „FC Bayern Magazin“ auf DSF moderiert und ist heute als Sprecherin von Podcasts und Präsentationscoach tätig.

Wir haben sie für unsere Kaffeesatz-Reihe für ein Interview gewinnen können und es geht um das Moderieren von schwachsinnigen Quizshows, ihren Alltag als Fernsehmoderatorin und Podcast-Sprecherin, und wie sie ihre damalige Schüchternheit überwunden hat. Zu Beginn ihrer Karriere war sie in einem Team mit Michael ‚Bully‘ Herbig und Christian Tramitz auf Radio Gong tätig und hat hier gelernt, dass Radio & Fernsehen vor allem Spaß machen muss.

Daniela gibt euch mit auf den Weg, was Sie ihrem „jungen-Ich“ empfehlen würde und wie man die Scheu vor dem Mikrofon ablegt.

Außerdem geht es um die Probleme der Schweizer beim Präsentieren und den Unterschied von früheren Redaktionskonferenzen und heutigem Social-Media und Twitter Feedback.

Wenn ihr Daniela als Sprecherin eures Podcasts, als Moderatorin eurer Gala oder Firmenevents oder Präsentationscoach für euer Team oder Führungskräfte buchen wollt, dann könnt ihr Daniela auf LinkedIn kontaktieren.

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00:00
Daniela: Die Erfahrung war immer gut, aber es gab natürlich auch düstere Täler, muss ich sagen, wo man schon dachte: "Sag mal, wozu hast du jetzt eigentlich studiert, dass du jetzt hier irgendwelche schwachsinnigen Quizshows moderierst oder sowas?" [Man muss auch] Situationen meistern, wie wir damals den tollen Harald Juhnke da hatten, und dachten plötzlich vor Beginn der Sendung, er kann gar nicht auftreten. Er ist total fertig, gar nicht ansprechbar.
00:44
Alex: Ich habe in meiner Jugend ehrlicherweise ziemlich viel Fernsehen geguckt und auch so Sachen wie Blitz auf Sat.1, das Boulevardmagazin. Habt ihr das auch gemacht? Falls ja, dann könntet ihr tatsächlich unseren heutigen Gast schon kennen, die Daniela Noack. Sie hat nämlich diese Sendung moderiert, unter anderen auch im ZDF, auf DSF, Sky und so weiter und sofort. Jetzt ist sie Podcast-Sprecherin, und mit ihr wollt ich mich einfach mal unterhalten, wie das denn so ist, ins Fernsehen zu kommen. Übers Radio, damals Radio Gong mit Bully Herbig unter anderem, und dann eben die Schritte weiter Richtung Audio. Und auch wenn man zum Beispiel in seiner Vergangenheit Sendungen moderieren musste, die man überhaupt nicht mochte, so als Zuschauer. Unser Kontakt ist aufgrund unserer Jobcasts entstanden. Und für die IDV AG hat die Daniela ein kleines Intro und eine kleine Anmoderation gemacht. Und nachdem die IDV das Ganze sehr witzig, wie so eine Art Live-Theaterstück gestaltet hat - da könnt ihr gern mal reinhören auf unserem Kanal hier - wollte ich mit ihr einfach mal so ein bisschen längeres Interview machen zu ihrer Karriere, ihrem Werdegang bisher in TV, Funk und Radio. Also viel Spaß. Und meine erste Frage an sie war, wann sie denn in ihrer bisherigen Karriere am zufriedensten war.
02:04
Daniela: Naja, man glaubt ja in der Regel immer, dass jeder Job, den man macht und der toll ist, eine Herausforderung ist, immer nur die Tür zu etwas noch Tollerem ist. Insofern war ich, muss ich sagen, bei jeder Aufgabe unglaublich zufrieden, weil ich in meinem Beruf ja immer wieder ganz neue Dinge plötzlich vor mir hatte. Angefangen jetzt zum Beispiel im Radio, dann die Dimension "Bild". Das war für mich unglaublich aufregend. Dann, aus dem Sport herauskommend in die Unterhaltung, dann plötzlich auch in die Information, wo ich dachte: "Oh wow, jetzt wird es auch mal inhaltlich, langsam, auch ganz schön." Das heißt, es gab bei mir nie den Punkt, wo ich gedacht habe: "Jetzt hast du's geschafft". Das war es auch sicherlich nicht als ich Samstagabendshows moderiert habe, sondern immer wieder einzelne Momente, wo ich dachte, es gibt nichts Schöneres als diesen Beruf. Egal, ob ich gerade ein tolles Interview gemacht habe oder eine Reportage gedreht habe oder irgendwo im Fotostudio herumstand. Es gab eigentlich zu jeder Zeit den Moment, wo ich dachte: "Das ist es, toll, und dafür krieg ich auch noch Geld."
03:23
Alex: Gab es denn Situationen, wo du dann dir aber gedacht hast: "Da will ich jetzt aber raus", oder ist es tatsächlich so stetig positiv gewesen? Gerade so im Fernsehen kann ich mir vorstellen, da gab es doch sicherlich auch einige Sendungen, die nicht so geklappt haben, vielleicht jetzt rein von den Einschaltquoten her, wie man sich das vielleicht vorgestellt hat, oder war das grundsätzlich für dich immer eine gute Erfahrung.
03:45
Daniela: Die Erfahrung war immer gut, aber es gab natürlich auch düstere Täler, muss ich sagen, wo man schon dachte: "Sag mal, wozu hast du jetzt eigentlich studiert, dass du jetzt hier irgendwelche schwachsinnigen Quizshows moderierst?" Aber ich hatte eine tolle Trainerin, und die hat mir von Anfang an beigebracht: "Du bist immer nur das, was auch deine Haltung ist. Wenn du eine Sendung annimmst, wenn du sie moderierst, dann kann es der größte Schwachsinn sein. In dem Moment, wo du verstehst, warum du es tust und dass irgendein Sinn dahintersteckt, geht es auch." Und dann kann man es machen und freut sich auch dran. Aber natürlich ist nicht alles nur so, dass man sagt, es ist qualitativ super, und das muss ich unbedingt immer weitermachen, manchmal hab ich mich auch ein bisschen versteckt, wenn ich rausgegangen bin, nach ganz schlimmen Aufzeichnungen (lacht).
04:44
Alex: Das heißt, dir war das dann damals schon bewusst: "OK, die Sendung ist jetzt wirklich eher schwachsinnig. Aber ich mache das, weil es mein Job ist."
04:53
Daniela: J a . Ich glaube, die meisten Moderatoren sagen einfach: Ich weiß, was ich an sich machen möchte. Ich weiß aber auch, was der Markt hergibt und was gerade verlangt wird. Ich weiß auch, dass ich in dem und dem Alter als Mann oder als Frau auch eine gewisse Breite des Spektrums abdecken kann. Und alles andere, was man macht, macht man auch, um Erfahrungen zu machen, aber auch einfach, um Geld zu verdienen. Irgendwie muss es ja weitergehen. Und diese Sendungen müssen dann auch gut und ernsthaft gemacht werden, denn sonst ist das nicht der richtige Job. Da muss man dann durch.
05:38
Alex: Da muss man durch und sagen: "Okay, ich moderiere Sendungen, die ich mir selber nicht anschauen würde"?
05:43
Daniela: Ja, ehrlich gesagt, die wenigsten Sendungen würde ich mir jetzt anschauen als Fernsehzuschauer. Ich meine eine Single-Show, wo man auf den Buzzer drückt, ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, mir sowas im Fernsehen anzusehen. Aber es hat wahnsinnig Spaß gemacht. Auch meine Zeit im Fußball. Ich bin kein Fußballnarr, aber die Interviews mit Profisportlern, die mache ich wahnsinnig gerne, die interessieren mich. Aber ich bin kein Konsument für meine eigenen Sendungen.
06:17
Alex: Irgendwie muss man auf den Weg auch kommen. Wie war das denn für dich als Jugendliche, hast du da schon gedacht: "Ja, ich möchte Moderatorin werden, ich möchte mal ins Fernsehen", oder wie hat sich das für dich eigentlich so dargestellt?
06:28
Daniela: Nö, also ich war einfach unglaublich schüchtern. Ich hatte auch immer große Angst, in der Schule Referate zu halten, und ich glaube, dass ich hier ganz große Selbsttherapie angestrebt habe. Ich habe angefangen, nach der Schule Literaturwissenschaften zu studieren, und habe relativ schnell gemerkt, dass ich doch mit Menschen umgehen muss. Ich habe dann eben ein Volontariat gemacht und bin dadurch in diese Welt der Medien rein mit Interviews, dann relativ schnell mit Radiosendungen und Fernsehen. Und das, habe ich gemerkt, macht mir unglaublich Freude und gibt mir ein Selbstbewusstsein, dass ich plötzlich gerne vor anderen Leuten spreche, dass ich mich gerne mit ihnen beschäftige und nicht darüber nachdenke: "Huch, jetzt bin ich aber aufgeregt und hoffentlich mach ich jetzt auch gar keinen Fehler." Insofern würde ich sagen, das war echt für einen schüchternen Teenager die Therapie, selbstbewusst zu werden und Spaß dran zu haben.
07:27
Alex: Da braucht man eine Menge Mut, diesen kompletten Switch zu machen. Das stelle ich mir auch fast schon krass vor. Da müsste es ja so ein Trigger-Ereignis gegeben haben. Oder war das tatsächlich so aus dir selbst heraus: "Ich mache das jetzt einfach, und jetzt traue ich mich."
07:40
Daniela: Ich war mal in den USA und habe dort einen Mann gesehen, auf einem Markt, der hat ganz kleine Schmuckstücke verkauft. Ich habe gesehen, das sind Reiskörner. Und auf dieses Reiskorn hat er in kleinster Schrift etwas geschrieben, was man sich wünscht. Da habe ich gesagt, er soll bitte "Courage" draufschreiben, weil ich unbedingt mutig sein wollte. Und ich glaube, dass das auch ein Teil der Mut-Therapie war (lacht). Und ich muss echt sagen, es ist auch nicht ganz ohne, zu wissen, dass man live ist, dass die Kamera auf einen gerichtet ist bzw. viele Kameras. Und dass man weiß, dass doch - auch damals - mehrere Millionen Zuschauer einen anschauen. Da gehört schon Mut dazu, finde ich. So eine Rampensau bin ich auch nicht.
08:34
Alex: Wie kam es dann bei deinem Studium dazu? Wie kommt man da an die ersten Aufträge? Wie entwickelt sich das?
08:41
Daniela: Es war so, dass ich direkt damals zum Gong-Verlag gegangen bin und gesagt habe, ich möchte gerne ein Volontariat machen während meines Studiums, und ich hatte damals Glück. Helmut Markwort hat sich da auch sehr eingesetzt und mich toll ausgebildet. Und als ich gemerkt habe, dass das mit dem Schreiben ganz schön ist, aber dass ich doch lieber nach unten geschielt habe in dieses neu eröffnete private Radio, habe ich da gefragt, ob ich dort weitermachen kann, und das kam einfach. Wir haben damals auch teilweise ohne Geld gearbeitet, einfach nur, weil's so spannend war, Beiträge zu machen, Hörspiele, wir hatten damals eine sehr schräge Truppe. Der Bully Herbig war ja noch dabei, der Christian Tramitz. Wir waren eine lustige Truppe, die einfach einen riesigen Kinderspielplatz hatte und Radio gemacht hat. Und das war mir völlig egal, ob ich da Nachrichten gesprochen habe oder eine Kinosendung moderiert habe oder sonst irgendwas - Hauptsache, ich durfte mitspielen. Es war unglaublich toll, und es kam eins nach dem anderen. Es kam einfach, genauso wie dann das Fernsehen.
09:49
Alex: Ohne Geld, hat man dann irgendwie auch die Angst: "Okay, wie soll ich denn jetzt über die Runden kommen, beziehungsweise was muss ich denn machen, damit ich hier Geld verdiene?" War es dann, dass man sagt, jetzt soll es auch mal in der Geldbörse spürbar sein?
10:04
Daniela: Mir war das relativ egal als Student, und ich habe einfach irgendwann mal gesagt, ich mach diesen Job, um mein Studium zu finanzieren. Ein bisschen was muss ich schon verdienen, und plötzlich ging es auch, und plötzlich bekam ich pro Schicht mein Geld, und es hat sich so ergeben, sagen wir mal. Ich brauchte auch nicht viel. Ich fand es einfach so toll, diese Uni und mein Radio machen zu können. Da war ich auch echt sehr bescheiden damals noch (lacht).
10:36
Alex: Genau, und dann ging es nach Radio Gong zu verschiedensten Events und Galas, soweit ich weiß, aber eben auch schon direkt ins Fernsehen, oder? Das war ein relativ fließender Übergang.
10:46
Daniela: Ja, ich weiß noch, dass ich meine letzte Abschlussprüfung für die Uni hatte, und eine Woche später habe ich schon beim DSF eine tägliche Live-Sendung gemacht damals so Jugend und Fun, Extremsportmagazin, das wir hier in Ismaning produziert haben, und es lief einfach immer von einem Job in den nächsten. Und wenn sich wieder etwas anderes Tolles angeboten hat, dann ist man zum nächsten Sender gegangen. Ja, und diese Eventgeschichten, das war eigentlich immer so ein bisschen nebenbei, weil es lustig ist und Spaß macht und natürlich auch meistens das meiste Geld gebracht hat. Das ist ja heute auch bei den Nachrichtensprechern so. Die machen es auch einfach, um Geld zu verdienen. Das ist nicht unbedingt nur der Inhalt.
11:37
Alex: Du hast ja vorhin schon angesprochen, dass es auch völlig verschiedenste Sendungen waren und auch Sachen, wo du selber sagst, die würdest du selber nicht gucken. Mich würde interessieren, wie man sich darauf vorbereitet auf diese täglichen oder wöchentlichen Sendungen, wie auch immer, wenn sie eben nicht eigentlich im eigenen Interesse liegen.
11:56
Daniela: Ja, umso mehr. Also Vorbereitung ist einfach alles, alles, alles. Eine Sendung wie zum Beispiel Blitz und Boulevardmagazin, wenn man da nicht top vorbereitet ist und wirklich die Beiträge kennt, bzw. manchmal werden sie wirklich mit der heißen Nadel gestrickt. Noch während man im Studio steht, werden sie erst fertig, aber dann muss man absprechen mit den Autoren: Wie fängst du an, wie hörst du auf? Wie kann ich texten? Man muss sich wahnsinnig gut vorbereiten. Das Gleiche gilt für Interviews. Ein Interview, das nicht gut vorbereitet ist, ist eine Katastrophe. Das muss man gar nicht erst machen. Oder auch Gespräche, da ist alles Vorbereitung, je weniger man mit dem Thema zu tun hat, desto mehr. Ein Segen ist es dann für die Sportkommentatoren, die glaube ich auch im Schlaf kommentieren könnten. Alle Themen müssen 100 Prozent vorbereitet sein und sitzen. Nur so geht's. Bei meiner Single-Show, was will man da groß vorbereiten? Man muss wissen zu 100 Prozent: Wie heißen die Leute? Wo kommen sie her? Was haben sie? Damit man immer Stoff hat zum Plaudern. Sonst ist es ganz furchtbar.
13:15
Alex: Wie ist denn dann so ein Arbeitstag? Wie kann man sich das vorstellen? Ich glaube, das ist für jeden relativ schwer [vorstellbar], weil es ja doch eine eigene Nische ist. Was macht man da so "Nine-to-Five"? Oder wie läuft's ab?
13:26
Daniela: Also es kommt natürlich drauf an, sagen wir mal so, ich habe ja verschiedene Formate gemacht, aber zum Beispiel eine Samstagabend-Show, wie diese Sommer, Sonne, Sat1, was ich mit dem Jörg Wontorra gemacht habe. Da sieht das Leben so aus, dass man viele Wochen unterwegs ist, eigentlich wie auf einem Klassenlager-Trip, wo man mit einem großen Tross, mit Equipment und vielen Leuten von einem Urlaubsland ins andere reist und dort viele Tage Proben hat. Dann ist schließlich Generalprobe und dann eine Live-Sendung am Abend, wo man weiß: Wir müssen jetzt alle hundert Prozent liefern, es ist kein Fehler möglich, und man auch Situationen meistert, wie als wir damals den tollen Harald Juhnke da hatten, und dachten plötzlich vor Beginn der Sendung, er kann gar nicht auftreten. Er ist total fertig, gar nicht ansprechbar und wie wir ihn beide auf die Bühne hochgebracht haben, gestützt haben. Und plötzlich wuchs er über sich hinaus und stand da und war ein großer Künstler. Aber das sind diese kleinen Momente, wo man denkt: Bitte, Herz, bleib einfach nicht stehen, denn es ist live, und es kommt jetzt auch nicht gut. Aber ich kann schlecht sagen, dass es Alltag ist. Eine Live-Sendung ist immer wahnsinnig aufregend, gerade im Showbereich natürlich, aber auch natürlich im Studio, wenn es Information ist: Passt alles? Sind alle Leitungen okay? Klappt die Schalte, ist der Beitrag fertig? Was ich manchmal gemacht habe, ist irgendwo noch schnell hinschauen, in einen Scheinwerfer reinschauen. Anschließend versuchen, prompt einen Beitrag abzulesen, geht dann nicht mehr. Es ist immer improvisieren, es ist immer überleben und Spaß haben dabei, sonst muss man es nicht machen.
15:32
Alex: Heutzutage ist es ja so, wenn man eine Fernsehshow moderiert, dann bekommt man ja auch direkt über Social Media, Twitter und so weiter komplett schon Feedback. Das kann ja auch in sämtliche Richtungen ausschlagen. Das gab es damals noch nicht.
15:55
Daniela: "Damals" - das hört sich so schlimm an! (Lacht). Ich erzähl dir [Jungspund] da mal was. Also zum Beispiel nach "Blitz", das war ja täglich live, da gab es direkt im Anschluss eine Redaktionskonferenz, da wurde man als Moderator fein säuberlich zerlegt und alles kritisiert, was schlecht war - und ja, auch, wenn etwas gut war. Und am nächsten Tag um zehn Uhr gab's dann die Quittung, indem wir die Einschaltquoten gesehen haben, die es damals noch über Teletext gab. Und da sah man dann in der relevanten Zielgruppe junge Leute, wie viele eingeschaltet haben. Und darauf basierend haben wir dann gesagt: "Okay, die Sendung lief gut, da hatten wir jetzt besonders viele Hundebabys und Dieter Bohlen, weiß der Geier, drinnen, und so stricken wir die nächsten am besten auch." Wenn es mal nicht so gut lief, dann auch. Und dann kamen die Leserbriefe. Da kamen natürlich die Leserbriefe, richtig per Post kamen die an, mit Kritik und mit Heiratsanträgen und mit was es halt alles gibt. Aber das war nicht so... Ich bin damals nie in so einen Shitstorm geraten oder unglaublich hochgejubelt worden direkt während einer Sendung. Das ist schon heute nochmal eine andere Herausforderung für die Leute, die da stehen.
17:16
Alex: Wäre es für dich damals wünschenswert gewesen, oder würde es dich eher abschrecken, so wie es heute ist?
17:21
Daniela: Ich glaube, es ist schön, weil es so transparent ist, weil man wirklich sofort weiß: "Wie kommt es an?" Andererseits hat man ja manchmal das Gefühl, dass die Leute doch sehr große Freude daran haben, sehr exzessiv zu urteilen, ob es super, supertoll ist, Daumen hoch oder ob es wirklich niedergemacht wird. Ich glaube, man muss heute sich noch mehr ein dickes Fell zulegen und sagen: "Ich mache das, weil es mein Beruf ist und mein Handwerk und weil ich etwas Gutes darin sehe und weil ich Menschen unterhalten möchte." Und wenn ich mir keine groben Schnitzer erlaube und keine Ausrutscher habe, dann muss ich einfach sagen: "Links rein, rechts raus", bei vielen Kommentaren.
18:09
Alex: Ich stelle mir auch schwer vor, dass man dann auch für sich selbst seine eigenen Fähigkeiten richtig einschätzen lernt. Also wenn man da in einer Redaktionskonferenz zerlegt wird, kann es ja auch vieles bedeuten. Die Einschaltquoten sind ja auch kein Gradmesser für eine Fähigkeit. (Daniela: Nein) Wie war das für dich? Hast du Mentoren gehabt? Oder wie war es möglich, selber sich vielleicht zu Kollegen und Kolleginnen im Vergleich zu sehen?
18:30
Daniela: Es ist natürlich von Sendung zu Sendung ganz verschieden, aber man bleibt dann doch meistens in einem Team, wo man sich wohlfühlt, wo man das Gefühl hat, da wird fair gehandelt. Da geht man fair miteinander um. Das kann ruhig mal auch ruppig und grob sein, das ist überhaupt kein Problem, aber fair muss es bleiben. Ja, natürlich ist dieses ganze Fernsehen ein kleines Haifischbecken, wo jeder eigentlich meint, dass er der bessere Moderator wäre. Und natürlich wird da ordentlich ausgeteilt. Aber wenn man sich ein gutes Team sucht, dann kann man damit sehr, sehr gut umgehen und ist auch dankbar für die Kritik. Denn jedem unterlaufen ständig viele, viele Fehler. Ich denke, das Wesentliche ist, dass man sich das Umfeld mit aussuchen darf. Mentoren hat man in der Regel ja nicht im Alltag dabei. Die bilden einmal aus oder sitzen irgendwo und beraten einen, aber die hat man nicht im Alltag. Die können einen nicht schützen. Der Einzige, der dich schützt, bist du selber wahrscheinlich.
19:39
Alex: Hast du das selbst auch gehabt, Situationen von Kollegen, Kolleginnen, wo du sagst, die moderieren aber eine Show, die ist um einiges bekannter, und die machen das aber irgendwie nicht so gut und das kann ich aber besser?
19:50
Daniela: Ach, eigentlich nicht. Ich finde es oft lustig zu sehen, was die anderen für Macken haben und was die für abstruse Handbewegungen machen oder sonst was. Es ist ein bisschen beruhigend, dass das alles Menschen sind (lacht). Nein, das habe ich eigentlich nie gehabt, dass ich dachte, das könnte ich erst mal viel besser. Ich habe großen Respekt vor jeder Sendung, die moderiert wird, die gut moderiert wird. Natürlich ärgere ich mich, wenn ich das Gefühl habe, das macht jemand nur halbherzig oder einfach zu selbstverliebt und geht nicht auf den Interviewpartner oder seine Gäste ein. Das ärgert mich ein bisschen, weil ich denke: Tolle Situation, tolle Gäste und eine verschenkte Sendung. Aber ich hätte jetzt nie gesagt: "Das könnt ich alles viel besser." Nein, das niemals.
20:44
Alex: Zwölf, Dreizehn Jahre ist es schon her, da war es dann bei dir sozusagen Schluss mit Fernsehen, wahrscheinlich aus privaten Gründen, nehme ich stark an...?
20:54
Daniela: (Lacht) Genau. Ich habe mir gedacht, ich habe so viel gearbeitet und immer parallel gemacht mit meiner Uni noch. Da musste noch 'ne Yoga-Ausbildung dazwischen und alles. Ich war an einem Punkt, dass ich dachte... Mich hatte Familie nie interessiert. Ich fand jetzt Kinder auch nicht spannend. Ich habe eine wundervolle Stieftochter gehabt, die hatte ich am Wochenende. Aber ich sah mich da nicht groß in der Rolle der Mutter. Und plötzlich bin ich Mutter geworden und hab mich zurückgezogen und wollte nichts anderes als die ersten Jahre nur mit meinem Kind zusammen sein und bin deshalb mit meinem Mann und dem Kind in die Schweiz. Und dort bin ich erst mal verschwunden und habe es toll gefunden.
21:41
Alex: Im Prinzip bist du ja trotzdem weiterhin tätig, auch wenn es nicht mehr beim Fernsehen ist.
21:45
Daniela: Ja. Ich habe dann in der Schweiz gemerkt, dass sehr viele Menschen, vor allem auch tatsächlich die Schweizer, große Probleme haben beim Präsentieren. Das liegt bei ihnen natürlich noch speziell an der Sprache, dass sie da auch manchmal große Hemmungen haben, sich auszudrücken und vor anderen zu sprechen. Und ich habe dort angefangen - denn ganz ohne Arbeit geht es halt irgendwie auch nicht... Es ist ja auch eine Leidenschaft, anderen zu helfen. Ob das jetzt Kinder waren, die präsentieren mussten in der Schule, oder ob es Ärzte waren, für ihre großen Seminare, Kongresse oder auch diese grand Rounds, die sie in großen Kliniken haben, wo interdisziplinär Ärzte Fälle behandeln... Anwälte... Ich habe angefangen, diesen Kunden zu helfen beim Präsentieren. Und da ging es auch in erster Linie darum: Wie bereite ich mich vor, wie halte ich die Präsentation und wie habe ich Freude daran? Das mache ich bis heute, dieses Präsentations-Coaching, allerdings jetzt nicht mit dem psychologischen Hintergrund, sondern einfach handwerklich. Wie gehe ich ran? Wie stelle ich mich hin? Wie atme ich? Wie betone ich, wie präge ich mir die Dinge alle ein? Wie reagiere ich, wenn ich einen Blackout habe? Wie sorge ich schon mal dafür, dass er erst gar nicht kommt, aber was mache ich dann, wenn es da ist? Und immer wieder: Wie habe ich Freude dran? Sonst müsste ich es ja auch einfach nicht machen, mich hinstellen und mein Wissen mit anderen Leuten teilen. Und das mache ich bis heute ganz gerne. Das ist eine sehr schöne Sache, wenn man sieht, wie die Menschen alles annehmen. Gerade bei Kindern fand ich es so toll, wie die dann über sich hinauswachsen und plötzlich eine Präsentation halten, die die richtig toll ist! Mein Sohn fing an, da bin ich auf die Idee gekommen. Ich habe es genannt "der nach hinten geneigte Flamingo, der leise seine Präsentation in seinen Hoodie flüstert". Ich habe mit ihm ein bisschen geübt, und am Ende hat er strahlend und begeistert seine Präsentation über das Hausschwein gehalten. Und ich habe gemerkt, ich kann den Kindern das beibringen, wie sie es untereinander trainieren und wie sie es in Zukunft viel besser machen. Dann habe ich die Lehrer gecoacht und die Schule gecoacht, wie sieht es den Lehrern beibringen, und das ist etwas ganz Schönes. Das ist unsere Zeit. Es kann nicht sein, dass andere internationale Schulen das alles ihren Schülern beibringen und ihren Lehrern, und wir da so hinterherhinken und jede Präsentation eine Qual ist. Es soll ja Freude machen, ist doch herrlich!
24:31
Alex: Das heißt, im Prinzip ist es gar nicht so viel Veranlagung, sondern tatsächlich kann man das wirklich mit der richtigen Einstellung relativ zügig auch gut hinkriegen?
24:42
Daniela: Natürlich gibt es Menschen, die sich gerne vor andere stellen. Es gibt Menschen, die öffnen sich gerne, die teilen ihre Gedanken gerne, und es gibt natürlich die Introvertierteren. Aber auch die können mit dem richtigen Handwerk und mit jemandem, der ihnen einmal erklärt, dass es alles gar kein Problem ist - dass sie das spielend meistern können - können die mit ein bisschen Üben ganz wundervoll präsentieren lernen. Und ich sage Ihnen: Es gibt so viele Leute, auch Manager, die ständig präsentieren müssen, die so ein Problem damit haben, für die es wirklich eine Qual ist. Und es ist so schade, denn wenn Sie es einmal lernen, dann haben sie plötzlich einen großen Teil ihres Berufsalltags, den Sie viel mehr genießen können und der kein Horror ist.
25:40
Alex: Jetzt gibt's ja noch eine Sache, die du zusätzlich machst, das ist glaube ich noch gar nicht so lange, aber das natürlich sehr gut zu dem passt, was wir hier machen, nämlich Podcasts, und zwar in einem Synchronstudio. Erzähl uns doch da mal was drüber.
25:53
Daniela: Also natürlich, weil ich damit ja mehr oder weniger angefangen habe - mit dem Sprechen, mit Hörspielen und mit Nachrichten und Moderationen - liebe ich den Umgang mit dem Mikrofon, mit der Stimme und habe hier ein Studio gefunden, "Speech", das ganz wundervolle Dokumentationen vertont, mit Voice Over Filme synchronisiert. Und weil ich dort ab und zu engagiert war, haben wir angefangen, Podcasts zu machen. Ach, das ist für mich, in so einem Studio zu sein, einfach eine große Freude. Das ganze Equipment, allein wie es da riecht, ich finde es so toll, das ist wahrscheinlich wie für einen Schauspieler die Theaterbühne. Und ich muss auch noch sagen, ich liebe es, weil ich mich da auch nicht aufhübschen muss oder Sonstiges, sondern ich kann mich einfach nur vors Mikrofon klemmen. Da haben wir angefangen, Podcasts aufzuzeichnen, und ja, das war ein echtes Erlebnis für mich. Es macht mir unglaublich Spaß, und so sind wir uns schließlich auch begegnet (lacht).
27:09
Alex: So ist es, ja. Und jetzt gibt es die interessante Sache im Vergleich. Ich habe dich vorher gefragt zum Arbeitstag, wie er denn im Fernsehen war. Wie ist es denn heute für dich?
27:17
Daniela: Wenn ich die Podcasts aufnehme im Studio, dann versuchen wir natürlich, dass die ganze Studiotruppe da ist, das heißt die Techniker, der Autor, der uns auch die Texte schreibt, dass wir möglichst gebündelt an einem Tag relativ viel aufnehmen können. Das heißt, es ist wie früher beim Fernsehen die Staffelproduktion, dass man sagt: "Komm, wir versuchen mal drei oder vielleicht sogar vier Podcasts aufzuzeichnen." Das heißt, die Vorbereitung ist zu Hause auf meinem kleinen Mac schon mal, dass ich die Texte alle lese, dass ich mir die Moderationen dazu überlege, die ich mit den Autoren dann als Gespräch führe, und dass ich dann, wenn ich alles vorbereitet habe, ins Studio fahre, auf dem Weg dahin schon mich "einsinge" und "einsumme" und die Blicke der anderen Autofahrer dann ertrage. Die glauben, dass ich verrückt bin. Aber ich fahre mit dem Auto, obwohl ich ein großer Fan des öffentlichen Verkehrs bin, aber in der Tram geht das nicht (lacht). Ja, und dann zeichnen wir da auf und nach sechs, sieben, acht Stunden sind die Podcasts im Kasten, und dann ist so eine Staffelproduktion vorbei. So läuft das.
28:47
Alex: Jetzt hast du vorhin ja auch gesagt, du hättest die meisten Sachen, die du damals im Fernsehen moderiert hast, eher nicht angeguckt. Oder weil es nicht dein bevorzugtes - also du bist kein Fan von diesen Sendungen. Wie ist es denn aktuell bei Podcasts? Sind diese Dokumentationen oder diese Podcasts, die ihr macht, für dich als Hörerin spannend?
29:05
Daniela: Ja, ich höre das gern. Aber ich bin sowieso eher ein Fan von allen Medien, die man hören kann, weil es mich nicht so absentiert, ich mag es nicht, dass ich nur irgendwo sitze und ein Bild habe und einen Ton und weg bin aus der Welt. Einen Podcast kann ich hören, während ich auf dem Balkon sitze und einfach das schöne Wetter genieße, oder wenn ich im Auto bin. Ich finde, Podcasts haben eine Dimension, die sich gut mit dem Leben verträgt und die einen nicht ganz in diese Welt hineinziehen. Ich würde aber zum Beispiel beim Joggen nicht gerne Podcasts hören, da mag ich zwitschernde Vögelchen oder sonstwas. Aber Podcasts kann man vor allem in Situationen hören, die vielleicht auch nicht so schön sind wie in einer vollen U-Bahn, oder wenn man irgendwo warten muss beim Arzt. Ich finde, man kann sich gut in eine Welt hineinversetzen und ist trotzdem ansprechbar und kann etwas erleben. Deshalb bin ich da querbeet. Ich höre unglaublich gerne Podcasts, aber auch nach wie vor die ganz alten, tollen Hörbücher, die Geschichten, die einfach vertont sind. Ich finde es sehr interessant, da reinzuhören.
30:25
Alex: Wie sehr ist es denn für dich wichtig, die Qualität oder ob die Sprecher und Sprecherinnen das wirklich gut machen? Oder geht es doch mehr um den Inhalt? Wie sehr hörst du sozusagen den Berufskollegen zu oder siehst du es quasi fachlich in deiner Bewertung?
30:40
Daniela: Der Inhalt ist natürlich der Grund, weshalb man überhaupt das anhört. Sonst würde man auch relativ schnell wieder aussteigen. Aber es ärgert mich wahnsinnig, wenn etwas schlecht gesprochen ist. Ich meine, es muss wirklich nicht vom Technischen her top sein. Da ist unser Studio natürlich ein Schlaraffenland. Aber das stört mich nicht, wenn irgendetwas technisch nicht qualitativ super ist. Aber wenn die Sprecher nicht gut sind, oder wenn es lieblos ist oder selbstverliebt oder sonst irgendwas, dann muss ich auch aussteigen. Das geht bei mir auch nicht.
31:17
Alex: Du warst ja im Fernsehen, jetzt bist du eher in der Präsentationsarbeit bzw. auch als Podcast-Sprecherin unterwegs. Hast du damit geliebäugelt, wieder ins Fernsehen zurückzugehen?
31:28
Daniela: Nö, überhaupt nicht (lacht). Gar nicht. Ich finde Fernsehen nach wie vor sehr interessant. Aber das bezieht sich bei mir eigentlich nur noch auf Nachrichtenformate, Interviewformate und Dokumentationen. Und da müsste es schon etwas sehr, sehr Spannendes sein, dass ich sage: "Da setze ich mich nochmal total rein." Ansonsten wäre ich verzweifelt, wenn ich jetzt ein Showformat suchen müsste und mich irgendwo da bewerben müsste. Es würde mich eigentlich nichts interessieren. Deshalb bin ich sehr glücklich mit dem Podcast und mit dem Präsentations-Coaching (lacht). Und was ich sehr gerne mache, sind nach wie vor tolle Messen oder Kongresse, Events zu moderieren, einfach so als Gastgeber. Das ist etwas Schönes, das mache ich nach wie vor gerne. Aber bevor ich jetzt nochmal eine schlechte Sendung moderiere, die mir keinen Spaß macht, würde ich lieber einfach nur noch das machen, was ich jetzt den ganzen Tag über mache.
32:38
Alex: Wir haben ja auf unserem Kanal bei Ohrbeit ja auch die Jobcasts, wo ja auch die Unternehm selbst einsprechen, quasi Podcast statt Stellenanzeige. Die machen das ja auch zum ersten Mal, haben zum ersten Mal ein Mikro vor sich, zumindest die meisten, und haben dementsprechend natürlich auch, nachdem es ein ganz neues Gebiet für sie ist, Schwierigkeiten, sich darauf ein bisschen einzulassen. Was würdest du denn für so einen kurzen drei, vier Minuten langen Podcast denn den Leuten grundsätzlich raten?
33:06
Daniela: Also ich habe das ja einmal erlebt, und es ist im Grunde das Gleiche wie bei jedem Präsentations-Coaching. Es ist so, dass man erstmal den Leuten die Angst vor dem Mikrofon nehmen muss. Ihr s macht das ganz toll mit dem ans-Handy-Stöpseln und einfach nur das Mikrofon da haben, Handy hat eh jeder ständig am Ohr, aber das Mikrofon ist ein Objekt, was ein bisschen Sorge auslöst. Das muss man ablegen! das Mikrofon ist kein Feind, das ist einfach nur dafür da, damit die Stimme besser ist, als wenn man es nur ins Handy rein quatschen würde. Das andere ist, sich einfach überlegen als Firma, also die Leute, die das Podcast dann sprechen möchten: Was wollen wir erreichen? Wie soll die Atmosphäre sein? Wollen wir uns jung, dynamisch oder eher konservativ aufstellen? Wie wollen wir uns darstellen? Wie soll der Mensch sein, der jetzt einen Job sucht, dass es zu der Firma passt? Und dann würde ich einfach immer die Rollen ein bisschen verteilen, damit nicht jeder drauflos quatscht oder der eine was sagt und dann kommt lange nichts, dass man wie ein kleines Drehbuch sich im Kopf macht. Was übrigens auch ganz schön ist für die Firmen, denn das ist ja auch etwas, was man gemeinsam erarbeitet als Team. Und das tut den Leuten auch ganz gu t. Denn Lachen über die Fehler, denn es wird garantiert auch furcht bare Lacher geben. Und auch den einen oder Hänger, in dem Moment, muss man sich natürlich konzentrieren, aber nicht verkrampfen. Einfach Spaß , daran haben zu wissen: Hey, toll, wir suchen hier jemanden, und wir machen jetzt gemeinsam dieses Podcast, um uns darzustellen, um uns zu erklären und den Job. Und so soll es dann auch ganz echt rüberkommen.
35:17
Alex: Das ist eine super Sache, das würde ich doch gleich mal 'rausschnipseln und dann können sich das die Unternehmen, bevor sie den Podcast anfangen gleich immer anhören von dir, wie es live ist, aus eigener Erfahrung. Wenn wir schon bei den Tipps sind, was wäre denn aus deiner Erfah rung heraus für jemanden, der jetzt, sagen wir mal, Anfang Mitte 20 ist, und damit liebäugelt, auch irgendwas zu machen, was mit Moderation im weitesten Sinne oder jüngeren Menschen, die das ähnlich vorhaben, wichtig?
36:05
Daniela: Also erstmal muss man natürlich sagen: Es ist heute deutlich einfacher. Der Weg war damals viel schmaler. Man musste wi e ich erst mal irgendjemand kennen, der irgendjemand kennt, der irgendjemand kennt, um irgendwo eine Chance zu bekommen, mal vorzusprechen, entdeckt zu werden. Das Gleiche gilt ja auch für Musiker. Heute kann man über YouTube sein ganzes Album alleine einspielen und veröffentlichen. Man kann als Moderator einen tollen YouTube-Channel haben, man kann Interviews machen, man kann rausgehen, man braucht heute gar kein Equipment mehr. Ich meine, was haben wir herumgeschleppt. Wir sind in der Bronx mit unserem Kameraequipment herumgeschlichen und hatten Angst, ausgeraubt zu werden. Heute geht man mit einem iPhone raus ' und das wars. Das ist ja heute so viel einfacher. Das einzige, was man sich fragen will, ist: Möchte ich einfach nur vor irgendeiner Kamera sein, damit mich irgendjemand sieht und damit ich das Gefühl habe berühmt zu sein. Oder habe ich was zu sagen? Und wenn ich etwas zu sagen habe oder etwas künstlerisch darstellen kann oder lustig bin oder irgendetwas habe, was die anderen sehen möchten - dann einfach machen! Den Freund, Fre : undin fragen: Kannst du das bitte auch filmen mit deinem Handy, dann haben wir schon mal zwei. Dann kann man ein bisschen schneiden. Es geht ja heute, wie wir auch wissen, mit Garage Band, mit all dem, es geht so einfach. Einfach machen. Mache ich es nur, damit ich irgendwie zu sehen bin? Oder will ich auch was? Will ich irgendwas sagen? Will ich irgendwas zeigen? Will ich irgendwas verändern? Habe ich Ideen? Hab ich Freude dran zu unterhalten, oder gehts mir wirklich nur darum, dass ich gesehen werde? Dann würde ich sagen, dann wird's eng. Alles andere muss man sich einfach trauen und machen.
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