Wirtschaft und Moral, Part One

Wirtschaft und Moral.

Was für eine viel zu grundlegende Frage, die mal wieder durch das OHRBEIT-Universum geistert:

Geht Wirtschaft auch moralisch?

Verhält sich dieses Wortpaar nicht eher so wie Finanzamt zu Lebensfreude oder Bockwurst zu Veganismus?

Und vor allem: Wenn wir jetzt zu dem Schluss kommen, dass Wirtschaft und Moral nicht zusammengehen, sind dann alle, inklusive der OHRBEIT-Gang, un-moralisch?

Natürlich nicht. Wir sind doch die Guten.

Böse sind doch eigentlich immer nur die anderen. Oder?

Also ohne One-Love-Binde am Arm und mit mulmigen Gefühl im Magen starten wir hier eine kleine Serie zu Wirtschaft und Moral.

Erstmal eine kurze Bestandsaufnahme.

Wie schmecken eigentlich Pferdeäpfel?

Ohne jetzt direkt die ganz große Kapitalismus-Kritik auszupacken:

Viele Menschen sehen den Einfluss der Wirtschaft bzw. des Finanzkapitals auf die Politik kritisch.

Die Wirtschaftslobby würde die Politik vor sich hertreiben und somit den Fokus weg vom "kleinen" Bürger hin zum Großkapital lenken.

Welche Grundannahme liegt hinter der Wachstumsgläubigkeit?

Die Wirtschaft wird gerne als ein schwer zähmbares Tier, als Naturgewalt gesehen. Ausgestattet ist diese wilde Urgewalt mit der „unsichtbaren Hand des Marktes“, die alles zauberhaft regelt.

Der freie Markt (huuuuhuuu...) der alles regelt, wenn man ihn nur schön laufen lässt und möglichst wenig eingreift.

Oft verteilt diese "unsichtbare Hand" leider gerne mal Schellen an die Habenichtse und Streicheleinheiten für die Wohlhabenden.

Es ist eigentlich ganz einfach in manchen Köpfen:

Brummt die Wirtschaft, wächst das Kapital und werden die Reichen immer reicher, dann sickert auch irgendwie was zu den Habenichtsen nach unten. In einer neoliberalen Denke nennt sich das Trickle-Down-Effekt.

Jetzt der Part unnützes Wissen:
Dieser Effekt wurde früher auch „Horse and Sparrow Economics“, also Pferd-und-Spatz-Ökonomie genannt.

Die Idee dahinter ist folgende:
Wenn man einem Pferd genug Futter wie Stroh oder Hafer gibt, landet auch ausreichend davon auf der Straße, wovon sich wiederum Spatzen ernähren können.

Wir sind uns jetzt unsicher, ob die Spatzen die Körner aus der Pferdekacke picken sollen, eating shit und so, aber das ist ein anderes Thema – wenn die Spatzen kein Brot haben, dann sollen sie eben Kuchen essen.

Pferdeäpfel hin, Spatz in der Hand her: Der Effekt funktioniert nicht.

Er hat die letzten dreißig Jahre nicht funktioniert. Wenn manch einer behauptet, dass es allen langsam aber sicher immer besser geht, dann liegt das oft an statistischen Verzerrungen.

 

Die Spatzen in Deutschland und auf der Südhalbkugel

Fakt ist leider, dass die Arm-Reich-Schere auseinandergeht. Die hoch-industrialisierten Gesellschaften der Welt profitieren, sonst niemand.

Ungebremstes Wachstum und vertrauen auf den freien Markt ist also im Sinne einer egalitär angelegten Weltgesellschaft un-moralisch.

Hervorragend nachzulesen ist diese Logik der Ausbeutung und der ökologischen wie ökonomischen Verantwortungslosigkeit unseres Wirtschaftens übrigens in diesem Buch.

By the way: Nicht nur die Ungleichheiten zwischen den Ländern verschärfen sich, es steigt auch die Ungleichheit innerhalb der Ländern.

Die meisten Menschen der Mittelschicht haben kein Flugzeug neben den Mülltonnen des Mehrfamilienhauses im Hof stehen.

Abgesehen von der Externalisierung der Probleme gibt es auch einfach gesagt immer mehr Menschen in Deutschland die arm sind.

Sie sind darauf angewiesen umsonst Essen zu bekommen.

Natürlich verschärfen Energiekrise und Inflation die aktuelle Situation. Aber auch ohne multiple Krisen führt unser Wirtschaftssystem bisher nicht zu weltweiter sozialer Gerechtigkeit.

 

Geht Moral und Wirtschaft zusammen? Es gibt gute Ideen...

Obwohl es unangenehm ist, ein Teil dieser (Wachstums-)Logik zu sein, geht es uns nicht darum zu moralisieren.

Wir wollen einfach aufzeigen was sich leicht verdrängen lässt mit einer einigermaßen gut gefüllten Brieftasche.
Wir wollen auch nicht die One-Love-Binde anlegen und allen zeigen wie es richtig geht.

In dieser Serie gehen wir der Frage nach, ob Moral und Wirtschaft auch zusammengehen und Spoiler-Alert:
Es gibt ein paar ganz gute Ideen, die Menschen müssen nur mitmachen.

Wir machen jetzt mal unseren Part und nehmen ein paar Jobcasts auf, dass die Kinder was zu essen haben.

Und was ist nun mit der Wirtschaft? Ja klar, Wirtschaft!

Direkt heute nach der Ohrbeit. Es wird ein Fest.

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