Die Stimme als einzigartige Visitenkarte

👂 Was dir die Stimme deines Gegenübers im Job verraten kann 👂

Weltweit gibt es keine zwei Stimmen die sich gleichen, denn unsere Stimme ist so individuell wie ein Fingerabdruck. Über die Stimme ist es möglich einen Eindruck von jemanden zu bekommen, vielleicht sogar einen Blick auf Dinge, die unser Gegenüber lieber für sich behält.
Im Job, bei Vorstellungsgesprächen oder (ihr wisst was kommt) natürlich bei unseren Podcasts kannst du dir also mehr als nur einen ersten Eindruck von deinen zukünftigen Kollegen machen, denn die Stimme ist wie eine einzigartige Visitenkarte für jeden von uns!

Nicht nur vermeintlich selbstverständliche Informationen wie Herkunft, Alter oder Geschlecht offenbart die Stimme, sondern sie verrät auch eine Menge über die Persönlichkeit. Anspannung oder Lockerheit, Selbstbewusstsein oder Ängstlichkeit schlägt sich auf die Stimme. Durch die Komplexität der Tonerzeugung ist jede Stimme einzigartig und verändert sich auch im Laufe des Lebens.

Unser Alter ist zum Beispiel an der Stimme zu erkennen, weil unsere Muskeln an Kehlkopf und Stimmlippen ca. ab unserem 50. Lebensjahr an Elastizität verlieren. Das schlägt sich auf die Stimmintensität nieder.
Aber auch der kulturelle Fortschritt kann die Stimme verändern, sogar die Stimmlage einer ganzen Bevölkerungsgruppe:
Frauen sprechen heute tiefer als noch vor 30 Jahren. Psychologe Prof. Dr. Walter Sendlmeier von der TU Berlin begründet das mit der emanzipatorischen Teilhabe.

Emotionen in der Stimme erkennen

Wir transportieren alle bewusst und unbewusst unseren emotionalen Status über unsere Stimme. Eine höhere Stimmlage deutet auf Ärger hin, die Aussprache wird deutlicher und die Anzahl der Betonungen nimmt zu: Das lasse ich NICHT – MIT – MIR machen!
Allein beim lauten Lesen dieses Satzes kannst du dir dieses Phänomen verdeutlichen.

Trauer und Traurigkeit hingegen wirken dämpfend auf die Obertöne, also den höheren Frequenzbereich. Dies hat zur Folge, dass der Mensch mit abgesenkter Tonhöhe spricht und die Satzmelodie eintöniger wird. In der Medizin werden solche Effekte genutzt, um depressive Tendenzen früh zu erkennen.
Auch Angst lässt die Stimme eintöniger werden, allerdings in einer höheren Tonlage als Trauer. Außerdem sprechen wir in ängstlichem Zustand deutlich schneller und undeutlicher, dabei kann es vorkommen, dass wir ganze Silben verschlucken.
Selbstbewusstsein drückt sich durch ein schnelleres Sprechtempo und genauere Betonung aus, ein (leichtes) Zittern in der Stimme kann Unsicherheit markieren. Emotionaler Stress macht die Stimme höher und schriller, allerdings hören wir solche feinen Nuancen meist nur unterbewusst.
Nasale Aussprache wird oft als arrogant wahrgenommen (Jan Delay, digga was geht ab?!), während tiefe und monotone Stimmen den Zuhörerkreis eher beruhigen (Ey Jan, vielleicht mal Marteria featuren?).
Freude hingegen drückt sich durch eine größere Dynamik der Satzmelodie aus und die einzelnen betonten Silben werden in verschiedenen Tonhöhen variiert. Das klingt dann so!

die stimme als visitenkarte

Smile while you dial!

Positive Emotionen können ansteckend sein und lassen sich über die Stimme übertragen, da benötigen wir kein Video oder persönliches Treffen; Telefonate reichen aus, um uns ein Bild des Gegenübers anhand seiner Stimme zu machen. Professionelle Viel-Telefonierer*innen  machen sich das zunutze und bringen die Formel auf den knackigen Slogan: Smile while you dial – einfach mal ausprobieren und grinsen oder lachen, wenn du das nächste Mal jemanden anrufst, in deiner Stimme wird es hörbar sein. So kannst du Menschen für dich einnehmen, denn in einer positiven Grundstimmung arbeiten die meisten Menschen gerne mit dir und du kannst sie mitreißen, egal ob am Telefon oder im Vortrag!
Das Gegenteil gibt es natürlich auch:
Vielleicht fällt dir aus deinem Arbeitsleben sofort jemand ein, der dich im Meeting recht ton- und emotionslos in den Sekundenschlaf wiegt? 😴
Unterschätze nicht die Macht der Stimme. ✊

Du findest, deine Stimme klingt komisch?

Diese Meinung hast du nicht exklusiv. Die meisten Menschen finden es sehr ungewohnt sich selbst auf einer Aufnahme zu hören und stellen dann gerne die Frage: „Kling ich echt so?!“ Ja das tust du, und daran ist nichts seltsam - es ist einfach nur anders, denn wir nehmen uns während des Singens oder Sprechens nicht nur über den äußeren Gehörgang, sondern auch über Mittel- und Innenohr, über die Schädelkochen, wahr. Das klingt dann anders für uns! Reine Gewohnheit, denn wer sich öfters auf Aufnahmen hört, der lernt seine Stimme nochmal anders kennen und sie klingt nicht mehr so ungewohnt.

Was wird gesagt? WIE wird es gesagt!?

Anhand der Stimme bekommst du eine zuverlässigere Einschätzung von der Einstellung eines Menschen als über andere (äußerliche) Merkmale, denn seinen eigenen Ton zu verfälschen ist gar nicht einfach.
Richtig überzeugend Stimmungslagen vorzutäuschen gelingt nur professionellen Schauspielern und Bedarf viel Übung.
Also hör mal ganz bewusst weniger auf die Worte deines Gegenübers, sondern fokussiere dich auf den Sound!
Die Bewusstheit ist hier (mal wieder) der Schlüssel, hör also nicht nur WAS gesagt wird, denn gerade im Berufskontext werden gerne Phrasen gedroschen.
Höre einfach mal genau hin WIE etwas gesagt wird und lerne so die Menschen, mit denen du arbeitest oder vielleicht bald zusammenarbeitest, besser kennen? Viel Freude beim genauen Hinhören!

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