• Ausbildung
  • Consulting
  • IT und Software
  • Medien
  • Sales
  • Service
  • Studium
  • Trainee
  • X
Unternehmen Thema Tätigkeitsfeld

Jägerin und Sammler der Daten - Duales Studium in der Data Science

👩‍🎓 Arbeitet man im dualen Studium eigentlich neben dem Studieren oder studiert man neben dem Arbeiten? 🧑‍🎓 

Aus Theorie wird auf jeden Fall ganz schnell Praxis, wenn die Inhalte der Vorlesung am Vormittag direkt im Meeting am Nachmittag in der Wirtschaft wieder auf dem Tisch landen – ein shortcut auf dem Karriereweg!
Da wird der junge Daten-Padawan blitzschnell zum ausgewachsenen Jedi-Ritter mit dem Nerd-Schwert!

Marc und Joschka absolvieren gerade ein duales Masterstudium im Bereich Data Science bei der R+V Versicherung.

🎧  In unserem Kaffeesatz mit den Daten-Dudes erfahrt ihr von den beiden:

✅  Welche Faszination Data Science auf sie ausübt
✅  Wie der Bewerbungsprozess bei der R+V läuft
✅  Warum ein duales Studium während Corona Fluch UND Segen ist
✅  Wie sie die Zeiten zwischen den beiden Welten aufteilen

🔥  Für weitere Podcasts folge uns auf SpotifyGoogle PodcastsAmazon Music, unserem RSS-Feed oder Apple Podcasts.
Willst du per Mail auf dem Laufenden bleiben? Dann abonniere unseren Newsletter – wenn du dich traust! 🔥

00:11
Alex: Ja hallo, hier ist wieder der Alex von OHRBEIT. In unserer heutigen Ausgabe spreche ich mit Marc und Joschka, die bei der R+V Versicherung gerade ihr duales Studium absolvieren und zwar im Bereich Data Science. Und da wollte ich natürlich zunächst mal wissen, als nicht-ITler und nicht-Mathematiker: "ja, warum denn genau Data Science?"
00:31
Joschka: Ich stand in der Schule und war eigentlich immer am besten in Mathematik. Und dann lag es irgendwie nahe, dass auch mein Studium Mathematik sein wird. Und da war dann eher die Frage: was kommt eigentlich nach dem Mathematik-Studium? Weil das Mathematik-Studium ist natürlich sehr theoretisch und wenn man im Studium sitzt, weiß man oft gar nicht 'was bringt mir denn diese ganze Theorie?' Und dann ist Data Science ziemlich naheliegend, weil Digitalisierung und das Verarbeiten von Daten und das Generieren von Wissen aus Daten ist ziemlich zukunftsweisend.
01:02
Marc: Was ich auch während des Bachelors Studiums gemerkt habe war, dass ich mich viel für die Themen Statistik und Programmieren interessiert hatte und dabei herauskam, dass Data Science eine gute Kombination aus Mathematik und Programmierung oder Informatik ist. Und abgesehen davon gab es dann auch die Tatsache, dass es heutzutage ziemlich gute Berufsaussichten dazu gibt.
01:30
Alex: Wie kam es dann zu dem dualen Studium? Es hätte ja auch ein -in Anführungsstrichen- 'Normales' sein können, oder?
01:35
Marc: Ich hatte im Bachelorstudium immer nebenbei gearbeitet, aber erst als Werkstudent und deswegen war mir auch klar, dass ich im Master auch noch neben dem Studium arbeiten wollte. Ich habe mich dann für die duale Variante entschieden, weil es gut ist und dadurch, dass man wirklich diese perfekte Kombination zwischen den Inhalten, die man in der Uni lernt und es dann auch auf der Arbeit anwenden kann.
02:04
Joschka: Als Mathematiker stellt man sich öfter die Frage: 'Warum lerne ich das eigentlich gerade oder wofür brauche ich das später nochmal?' Das kann teilweise frustrierend sein und dann nicht zu wissen, wo man damit genau hinkommt. In diesem Fall ist ein duales Studium wirklich viel besser, was das angeht, dass man halt eben nicht dieses Gefühl hat, nicht zu wissen, wofür man es gerade lernt. Ich muss sagen, jetzt nach einem Semester von diesem Studium, hab ich tatsächlich schon mehr in Anwendung gesehen als in meinem Mathe-Studium, weil in meinem Mathe-Studium war das immer alles theoretisch. Jetzt ist es tatsächlich so: ich lerne was in der Uni und ein, zwei, drei, vier Wochen später hab ich das dann auf der Arbeit schon wieder erkannt und kann es dann auch irgendwie anwenden.
02:43
Alex: Wie ist denn eure Bewerbung abgelaufen für dieses duale Studium?
02:46
Joschka: Beworben habe ich mich glaube ich, etwa vor genau einem Jahr. Es kam dann zu einem Vorstellungsgespräch, das hat anderthalb Stunden gedauert - war alles online. Dabei saß ich mit meiner Personalbetreuerin und meinen beiden Betreuern in diesem Vorstellungsgespräch. Es ging wirklich darum, dass man zeigt, dass man Interesse hat und ein bisschen nach vorne möchte. Danach kam eigentlich tatsächlich schon zwei Wochen später die Bestätigung, dass man genommen worden ist.
03:17
Marc: Mir war es sehr wichtig zu sehen, dass die Leute in dem Gespräch wirklich Interesse an mir hatten, sprich, ich musste einige Aufgaben lösen, wo ich auch ein bisschen zeigen konnte, was ich bereits kannte zu ihren Bereichen. Und dann, kurz nach dem Gespräch, habe ich auch die Zusage bekommen.
03:36
Alex: Wie ist denn so der Ablauf? Wie lange dauert euer Studium insgesamt -wenn es jetzt normal zu Ende geht- und wie ist dann der Schritt danach?
03:45
Joschka: Tatsächlich haben wir in unserem Vertrag zugestimmt, dass wir das Ganze innerhalb von vier Semestern über die Bühne bringen, wie eben so ein normales Masterstudium aufgebaut ist. Das ist dann grob so, dass es im ersten Semester darum geht, vor allem alle Erstsemester zu synchronisieren. Das bedeutet, wir haben Mathematiker, wir haben Informatiker - die haben natürlich ganz andere Wissensstände und auch ganz andere Kompetenzen - und das versucht man dann zusammenzubringen. Heißt: wir, der Marc und ich aber und auch unsere Kommilitonen, die alle Mathematiker sind, saßen dann im Synchronisationsmodul Informatik. Die wichtigsten Werkzeuge, die man aus dem Informatikstudium mitbekommen hätte, werden uns dann da beigebracht. Wir haben Sachen gelernt über Datenbanken, übers Programmieren mit Python, über verteilte Systeme, Betriebssysteme, IT-Sicherheit, also wirklich alle wichtigen Ecken der Informatik wurden dabei abgelaufen. Das nächste Semester ist dann quasi ein pures Vorlesungssemester - da kann man sich dann ausprobieren in Wahlpflichtfächern. Im dritten Semester geht es darum, Projekt wirklich zu begleiten. Heißt, es wird die meiste Zeit des Semesters damit verbracht, im Unternehmen an einem Projekt zu arbeiten. Da kommt dann auch wirklich dieses duale Studium ins Spiel. Wir haben dann wirklich das Gelernte direkt in der Anwendung, worauf wir uns aber auch schon ein ganzes Jahr vorbereiten konnten, weil wir quasi dieses Unternehmen kennen. Unsere Kommilitonen, die eben nicht dual studieren, werden entweder einem Unternehmen zugewiesen oder finden ein Projekt in der Uni - vielleicht haben sie auch selbst eine Idee, was sie machen können, aber sie müssen sich dann halt zum Projekt hin einarbeiten. Wir kennen uns an der R+V zu dem Zeitpunkt schon recht gut aus. Das letzte Semester, das Sommersemester in einem Jahr, wird dann nur die Masterarbeit sein. Also da werden wir dann die ganze Zeit daran arbeiten, auch im Unternehmen, Data Science in Anwendung und vielleicht sogar die Data Science Methoden ein bisschen weiterzudenken, wirklich etwas zu erzielen. Ist ja nicht so, dass die Masterarbeit für nichts sein soll.
05:39
Marc: Also du hast ja vorhin das Synchronisationsmodul Informatik angesprochen. Ich glaube, an der Stelle ist es vielleicht auch mal gut zu erwähnen, dass es, also zumindest in meinen Augen, das Anspruchsvollste hier im ersten Semester war. Aber das ist jetzt nicht, um die Leute abzuschrecken - nur ich denke, es ist schon gut wenn man von vornherein ein bisschen weiß, auf was man sich einlässt, dass man wirklich weiß, dass es auch einiges an Fleißarbeit verlangt.
06:10
Alex: Marc, du hast vorhin ja schon angesprochen, dass die Herausforderung ja gerade für dich sehr groß war. Und ich denke, dass es auch für viele andere Leute, die sich vielleicht für ein Studium interessieren, genauso wäre. Gibt's denn Dinge, die du vorher gerne noch ein bisschen mehr gewusst hättest, bevor du dich beworben hast?
06:27
Marc: Also zum Inhalt jetzt bezogen auf das Synchronisationsmodul hätte ich von vornherein gerne gewusst, worum es wirklich in diesem Modul geht. Sprich, ich hätte es gut gefunden, wenn es irgendwo auf der Internetseite schon eine Literatur zu den Themen gegeben hätte, die während der Vorlesung behandelt werden, damit eine Person wie ich, die Mathematiker ist, sich schon ein paar Monate davor ein bisschen in die Themen einlesen kann.
06:57
Alex: Wie ist denn die Einteilungen bei euch von der Zeit? Wie oft seid ihr quasi im Betrieb - gerade besonders aktuell - und wie viel Zeit eurer Zeit studiert ihr denn?
07:08
Joschka: Angestellt sind wir zu 40 Prozent. Das bedeutet, gerechnet auf eine 37,5 Stundenwoche, haben wir dann nur 15 Stunden pro Woche, die wir im Durchschnitt ableisten müssen. Natürlich wird dann unterschieden zwischen Vorlesungszeiten und Semesterferien. Also in den Semesterferien sind wir dann viel mehr anwesend bei der R+V und auch am Arbeiten, können ja quasi jeden Tag hin. Während des Studiums und in Vorlesungen ist es dann eher so, dass wir ein bis zwei Tage bei der R+V anwesend sind. Heißt, man startet quasi mit vielen Überstunden ins neue Semester, baut die dann über die Zeit ab und in den nächsten Semesterferien holt man sich die dann wieder ein. Das ist natürlich jetzt durch Corona Fluch und Segen zugleich, was das angeht, weil man braucht im Grunde genommen gerade mal eine Minute aus dem Hörsaal ins nächste Meeting auf der Arbeit. Es gibt natürlich schon diesen örtlichen Unterschied, weil wir ja in Wiesbaden arbeiten und in Darmstadt studieren. Deswegen ist es gar nicht so wild am Vormittag eine Vorlesung zu besuchen und nach dem Mittagessen dann schon im Meeting zu sitzen.
08:11
Marc: Ja, also ich muss da ich ehrlich sagen, das war für mich am Anfang ziemlich belastend, weil ich kurz davor ausgezogen bin, da ich eine neue Arbeit hatte. Ich dachte mir: 'Ja, es ist eine neue Uni, alles neu, alles gut.' Und dann haben wir erfahren, dass wir die Vorlesungen alle von Zuhause aus besuchen müssten. Aber was die Arbeit angeht, muss ich sagen, ist es sehr gut gelaufen, weil ich immer viele Termine mit meinen Kollegen hatte und wir uns über Skype kennengelernt haben. Ich hatte immer Termine mit jedem einzelnen Mitarbeiter und so hab ich mich dann nicht wirklich alleine gelassen gefühlt, das hat mir schon ziemlich viel geholfen.
08:57
Joschka: Bei der R+V ist es auch so: Nachdem die Pandemie und die ersten Lockdowns ausgebrochen sind, war es so, dass die R+V ziemlich schnell -nach wenigen Wochen- alle Mitarbeiter quasi ins Homeoffice geschickt haben. Bei der R+V liegt halt auch ein ganz großer Wert darauf, dass diese Pandemie irgendwie eingegrenzt wird, auch durch ihr eigenes Verhalten. Deswegen kam es dann auch dazu, dass wir dualen Studenten, die ja vor Ort keine Verpflichtung haben - wir haben keine Briefkästen zu lernen, haben keine Verträge zu unterschreiben oder ähnliches - dass wir auch nur einmal bis jetzt vor Ort waren, nämlich an unserem ersten Tag. Da haben wir dann auch schon unseren Laptop bekommen mit dem wir arbeiten und seitdem sitzen wir im Homeoffice. Man muss schon sagen, die Arbeitsstruktur, so wie die Mitarbeiter miteinander kommunizieren, ist bei der R+V so ausgeklügelt wie es sein muss dafür, dass man hier auch irgendwie arbeiten kann. Aber so wie es ist, funktioniert es tatsächlich auch, muss man sagen. Ich meine, wir haben beide unser erstes Semester gut abgeschlossen und wurden jetzt nach unserer Probezeit übernommen. Also, so ist es nicht.
1