Kaffeesätze…Teil 1: ‚Kaffeesatz leeren‘ – eine Fortsetzungsgeschichte von Peter Hohmann

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Die Schließautomatik der Eingangstür surrte gequält, um den Regensturm auszusperren. 🌨
Ich hastete durch den Spalt, ein fauchender Wasserwirbel blies mir noch um die Hosenbeine, dann fiel die Tür mit einem Schnappen zu.
Keuchend stützte ich die Hände auf die Knie, stand vornübergebeugt wie ein in Ungnade gefallener Samurai, der darauf wartete, dass man ihm die Rübe runtersäbelte.🔪
Einatmen, ausatmen, einatmen, ausatm…
„Benno!“
Hastige Schritte.
Ich richtete mich auf und zwang mich zu einem Lächeln. 😐
Volker, mein Arbeitskollege, mit dem ich die Präsentation halten sollte, näherte sich im Sturmschritt, als wollte er abspringen und mich mit einem Flugtackling von den Beinen fegen.
Im letzten Moment bremste er ab. „Mann, wo bleibst du denn?
Ich sah an mir herab: Jacke, Pulli, Hose, Schuhe – alles plitschnass. Ohne zu antworten, fuhr ich mir mit dem Ärmel durchs Haar und hinterließ einen feuchten Gelschmierer auf dem Stoff.
Egal. Ich sah sowieso aus, als wäre ich mit knapper Not einem Tsunami entkommen. Ein Wasserfleck mehr oder weniger machte das Kraut nicht mehr fett. 💧
Bedeutungsschwer hob Volker den rechten Unterarm, erfasste das Ziffernblatt seiner Uhr mit einem Blick rechtschaffenen Zorns. „Wir haben noch genau vier Minuten.“ ⏰
Komisch, dass kein unheilvoller Gongschlag die Luft erzittern ließ.

Ich könnte ihm aufzählen, was passiert war: Unwetter, S-Bahn-Ausfall, Bus überfüllt, Gewaltmarsch zur nächsten Station, ebenfalls Chaos, mit Müh' und Not ein Taxi ergattert, kurz vor dem Ziel Verkehrsinfarkt, Blechlawine im Tosen vorbeiziehender Regenfahnen, gezahlt, mitten auf der Fahrbahn ausgestiegen, zum Büro gesprintet wie der Teufel selbst. 🚖🚄🚥🚫🚨
Aber das würde an Volker abprallen wie ein Wattekügelchen an Sicherheitsglas.

Also sagte ich lediglich: „Ich brauche einen Kaffee.“ ☕
Volker blinzelte. „W-was?
Einen Kaffee. Dann bin ich einsatzbereit.“ ☕
Erneut blinzelte er, als wäre seine Synapsen-Software abgestürzt.

Kaffee. ☕

Zwei Tassen heute Morgen nach dem Aufstehen – angesichts der erlittenen Strapazen ein Witz! Meine Energiereserven waren aufgebraucht. Seit dem Sprint lief ich auf Notstrom. Ich brauchte Kaffee wie Helmut Schmidt seine Kippen. Sonst fuhren meine Vitalparameter runter. Tremor, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche – die Liste ließ sich endlos fortführen. 🚸❌⛔
Ein doppelter Espresso. Das wäre in einer Minute erledigt.

Ich strebte zur Büroküche.
Benno, das geht nicht mehr!“, rief Volker.
Schritte hinter mir.
Ich begann zu laufen.
Herrgott, Benno!

Ich erreichte die Tür, bremste jedoch ab, da in meiner Brust eine schwarze Sonne aus Entsetzen explodierte. Auf dem Display des Vollautomaten leuchteten in roten Lettern abwechselnd folgende Meldungen:
Kaffeesatz leeren … 🔺
Filter wechseln …🔹
Entkalken …🔸
Ich ballte die Fäuste, ehe mich die Wut so schlagartig verließ, wie sie gekommen war.
Das war der Todesstoß. ⚫
Ich lehnte mich gegen die Türzarge. Meine Knie zitterten, und ein leiser Wehlaut passierte meine Lippen. Klar, jeder wollte Kaffee – aber keiner wollte sich um die Quelle koffeinhaltiger Glückseligkeit kümmern!
Etwas tropfte auf das Gehäuse der Kaffeemaschine. 💧
Dann noch mal. 💧💧
Ich sah zur Decke. Ein Wassertropfen bildete sich in der Fuge zweier Platten, wurde größer, stürzte dann nach unten. 💧💧💧
Platsch! 💧💧💧💧
Direkt aufs Gehäuse. 💧💧💧💧💧
Eine Hand auf meiner Schulter, Finger, die sich hineingruben und mich zwangen, mich herumzudrehen.
Volkers straffes Gesicht füllte mein Blickfeld aus. „Noch zwei Minuten. Du kommst jetzt mit, verstanden?
Ich wusste, dass ich verloren hatte. Trotzdem deutete ich mit dem Daumen hinter mich. „Das … das Dach ist undicht, glaube ich. Wasser tropft auf die Kaffeemaschine. Das ist nicht gut. Gar nicht gut …“
Wortlos bugsierte Volker mich in den Gang, und ich schlappte voraus in Richtung Konferenzraum.

Ohne Kaffee – wie sollte das in etwas anderem enden als völligem Desaster? 👀
Ich versuchte mich zu beruhigen und griff in die Innentasche meiner Jacke, spürte die Härte des Memory-Sticks. Eigentlich war die Präsentation auf den Firmenservern gespeichert, aber sicher war sicher.📲
Ich atmete durch, obwohl mir der Puls bis in den Hals schnellte, als ich das Stimmengewirr vernahm, das durch die offene Doppeltür des Konferenzraums in den Korridor brandete.

Jetzt gilt es, Benno – Kaffee hin oder her! 🔥

(....Teil 2 folgt demnächst....)

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